Test: Psychologische Abwehrmechanismen – Selbstsabotage erkennen

Test: Psychologische Abwehrmechanismen – Selbstsabotage erkennen

Test: Psychologische Abwehrmechanismen – erkennen Sie, wie Sie sich selbst sabotieren

Viele Menschen möchten sich verändern – nicht nur mit Neujahrsvorsätzen - und merken dann, dass sie sich scheinbar selbst im Weg stehen. Häufig wirken unbewusste Prozesse, die stärker sind als unser bewusster Wille – Abwehrmechanismen unseres Unterbewusstseins.

In diesem Artikel können Sie direkt testen, welche psychologischen Abwehrmechanismen Sie daran hindern, Ihre Ziele zu erreichen – selbst dann, wenn Sie es sich bewusst wünschen.

Ob es um persönliche Entwicklung, Beziehungen oder innere Blockaden geht: Abwehrmechanismen beeinflussen, wie wir handeln, denken und fühlen – oft ohne dass wir es merken.

Was sind Abwehrmechanismen?

Abwehrmechanismen sind automatische Schutzprogramme unseres Unterbewusstseins. Sie bewahren uns davor, Schmerz, Angst, Scham, Schuld oder innere Konflikte bewusst fühlen zu müssen.

Sie sind nicht „falsch“, sondern ursprünglich lebenswichtig gewesen.

Das Problem: Was uns früher geschützt hat, hält uns heute oft klein – und blockiert unbewusst unsere Veränderung.

Alles, wobei Ihr Puls beim Lesen hochgeht, ist kein Zufall. Das sind Ihre persönlichen Entwicklungstüren.

Selbsttest: Welche Abwehrmechanismen erkennen Sie bei sich?

Beantworten Sie für sich selbst, welche Muster Sie (heimlich) bei sich wiedererkennen:

Welche dieser Muster erkennen Sie (heimlich) bei Ihnen?

  1. Verdrängung
    Unerträgliches wird aus dem Bewusstsein geschoben.
    Beispiel: Du erinnerst dich kaum an eine toxische Beziehung – bekommst aber Panik, wenn dein Ex anruft.
  2. Verleugnung
    Die Realität wird nicht anerkannt.
    Beispiel: Klare Burnout-Symptome werden mit „Ich bin nur ein bisschen müde“ abgetan.
  3. Projektion
    Eigene Gefühle werden anderen zugeschrieben.
    Beispiel: Du bist neidisch – nennst aber ständig andere „missgünstig“.
  4. Verschiebung
    Gefühle werden an sicheren Personen ausgelassen.
    Beispiel: Ärger mit dem Chef → Streit mit dem Partner.
  5. Rationalisierung
    Gefühle werden logisch „schön erklärt“.
    Beispiel: „Den Job wollte ich sowieso nicht – der hätte mir keinen Spaß gemacht.“
  6. Reaktionsbildung
    Das Gegenteil des eigentlichen Gefühls wird gezeigt.
    Beispiel: Tiefe Wut – aber übertriebene Freundlichkeit.
  7. Regression
    Rückfall in kindliche Muster unter Stress.
    Beispiel: Schmollen, Rückzug, Gesprächsverweigerung.
  8. Sublimierung
    Impulse werden sozial akzeptabel kanalisiert.
    Beispiel: Aggression im Leistungssport, Sexualität in Kunst.
  9. Intellektualisierung
    Fühlen wird durch Denken ersetzt.
    Beispiel: Nach einer Trennung redest du über Bindungstheorien – aber nicht über deinen Schmerz.
  10. Isolierung von Affekten
    Ereignis ohne Gefühl.
    Beispiel: Sachlicher Bericht über ein Trauma – ohne emotionale Beteiligung.
  11. Ungeschehenmachen
    Schuld wird mit Überkompensation neutralisiert.
    Beispiel: Nach einem Wutausbruch folgen Geschenke und Liebesbekundungen.
  12. Identifikation
    Übernahme fremder Identität zur Stabilisierung.
    Beispiel: Jugendliche kopieren Sprache, Werte und Look von Influencern.
  13. Introjektion
    Perspektive des Angreifers wird übernommen.
    Beispiel: Gemobbte werden später selbst zu Mobbern.
  14. Somatisierung
    Seelische Konflikte werden körperlich.
    Beispiel: Chronische Schmerzen ohne medizinischen Befund.
  15. Spaltung
    Nur „gut“ oder „böse“ – keine Grautöne.
    Beispiel: Idealisierung der Therapeutin – nach einer Grenze sofortige Abwertung.
  16. Kompensation
    Ein innerer Mangel wird durch Überleistung ausgeglichen.
    Beispiel: Selbstwert wird nur über Status und Erfolg definiert.
  17. Idealisierung
    Überhöhung schützt vor Enttäuschung.
    Beispiel: „Er ist perfekt“ – erste Warnsignale werden ausgeblendet.
  18. Abwertung
    Abwertung schützt den Selbstwert.
    Beispiel: „Die Kollegen sind sowieso unfähig.“

Warum Abwehrmechanismen Veränderung blockieren

Jede echte Veränderung bedeutet Wachstum – und damit Unsicherheit.

Abwehrmechanismen wollen nicht ärgern – sie wollen schützen. Gleichzeitig können sie jedoch dazu führen, dass wir uns unbewusst selbst sabotieren und genau dort festhängen, wo wir hinauswachsen wollen.

Die wichtigste Entwicklungsfrage lautet:

Welche Muster in dieser Liste haben Sie innerlich getriggert, irritiert oder herausgefordert?

Das ist kein Makel. Es ist der nächste Schritt in Ihrer persönlichen Entwicklung.
Wo Ihr Puls hochgeht, wartet Wachstum.

Extra-Tipp:

Wenn Sie bewusst an diesen Mechanismen arbeiten, können Sie selbstsabotierende Muster erkennen und auflösen, ohne sich von ihnen blockieren zu lassen.

Sabine Schwind von Egelstein

Sabine Schwind von Egelstein

Heilpraktikerin für Psychotherapie, zertifizierte Schematherapeutin und TV-Expertin.
Seit über 30 Jahren begleitet sie Menschen mit Herz und Klarheit in ihrer persönlichen Entwicklung.

Mehr über mich erfahren Instagram @psychotherapie_munchen

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