Der Selbsttest, der zeigt, was dich wirklich zurückhält:
Der Jahreswechsel ist Hochsaison für große Pläne! Und trotzdem passiert oft das Gleiche:
Nach wenigen Wochen sind viele Vorsätze verschwunden – nicht aus Faulheit, sondern weil unsere Psyche sie unbewusst sabotiert.
Abwehrmechanismen – man merkt sie nicht
Sonst würden sie nicht funktionieren.
Abwehrmechanismen sind automatische Schutzprogramme unseres Unterbewusstseins. Sie bewahren uns davor, Schmerz, Angst, Scham, Schuld oder innere Konflikte bewusst fühlen zu müssen.
Sie sind also nicht „falsch“. Sie sind ursprünglich lebenswichtig gewesen.
👉 Das Problem: Was uns früher geschützt hat, hält uns heute oft klein.
Und genau hier wird es spannend:
Alles, wobei dein Puls beim Lesen hochgeht, ist kein Zufall. Das sind deine persönlichen Entwicklungstüren.
Mach den Selbsttest:
Welche dieser Muster erkennst du (heimlich) bei dir?
- Verdrängung
Unerträgliches wird aus dem Bewusstsein geschoben.
Beispiel: Du erinnerst dich kaum an eine toxische Beziehung – bekommst aber Panik, wenn dein Ex anruft. - Verleugnung
Die Realität wird nicht anerkannt.
Beispiel: Klare Burnout-Symptome werden mit „Ich bin nur ein bisschen müde“ abgetan. - Projektion
Eigene Gefühle werden anderen zugeschrieben.
Beispiel: Du bist neidisch – nennst aber ständig andere „missgünstig“. - Verschiebung
Gefühle werden an sicheren Personen ausgelassen.
Beispiel: Ärger mit dem Chef → Streit mit dem Partner. - Rationalisierung
Gefühle werden logisch „schön erklärt“.
Beispiel: „Den Job wollte ich sowieso nicht – der hätte mir keinen Spaß gemacht.“ - Reaktionsbildung
Das Gegenteil des eigentlichen Gefühls wird gezeigt.
Beispiel: Tiefe Wut – aber übertriebene Freundlichkeit. - Regression
Rückfall in kindliche Muster unter Stress.
Beispiel: Schmollen, Rückzug, Gesprächsverweigerung. - Sublimierung
Impulse werden sozial akzeptabel kanalisiert.
Beispiel: Aggression im Leistungssport, Sexualität in Kunst. - Intellektualisierung
Fühlen wird durch Denken ersetzt.
Beispiel: Nach einer Trennung redest du über Bindungstheorien – aber nicht über deinen Schmerz. - Isolierung von Affekten
Ereignis ohne Gefühl.
Beispiel: Sachlicher Bericht über ein Trauma – ohne emotionale Beteiligung. - Ungeschehenmachen
Schuld wird mit Überkompensation neutralisiert.
Beispiel: Nach einem Wutausbruch folgen Geschenke und Liebesbekundungen. - Identifikation
Übernahme fremder Identität zur Stabilisierung.
Beispiel: Jugendliche kopieren Sprache, Werte und Look von Influencern. - Introjektion
Perspektive des Angreifers wird übernommen.
Beispiel: Gemobbte werden später selbst zu Mobbern. - Somatisierung
Seelische Konflikte werden körperlich.
Beispiel: Chronische Schmerzen ohne medizinischen Befund. - Spaltung
Nur „gut“ oder „böse“ – keine Grautöne.
Beispiel: Idealisierung der Therapeutin – nach einer Grenze sofortige Abwertung. - Kompensation
Ein innerer Mangel wird durch Überleistung ausgeglichen.
Beispiel: Selbstwert wird nur über Status und Erfolg definiert. - Idealisierung
Überhöhung schützt vor Enttäuschung.
Beispiel: „Er ist perfekt“ – erste Warnsignale werden ausgeblendet. - Abwertung
Abwertung schützt den Selbstwert.
Beispiel: „Die Kollegen sind sowieso unfähig.“
Warum das mit Neujahrsvorsätzen so viel zu tun hat
Jeder echte Vorsatz bedeutet: Veränderung. Wachstum. Unsicherheit.
Und genau hier springen deine Abwehrmechanismen an.
Sie wollen dich nicht ärgern. Sie wollen dich schützen.
Aber:
👉 Sie halten dich oft genau dort fest, wo du eigentlich längst hinausgewachsen bist.
Die wichtigste Entwicklungsfrage:
👉 Was in dieser Liste hat dich innerlich getroffen, genervt, irritiert oder getriggert?
Das ist kein Makel. Das ist dein nächster Entwicklungsschritt. Da darfst Du genauer hinschauen!
Denn:
Wo dein Puls hochgeht, wartet dein Wachstum.
Sabine Schwind von Egelstein
Heilpraktikerin für Psychotherapie, zertifizierte Schematherapeutin und TV-Expertin.
Seit über 30 Jahren begleitet sie Menschen mit Herz und Klarheit in ihrer persönlichen Entwicklung.
